Nachhaltigkeit

Vorteil 85

Asphaltstraßen können direkt an Ort und Stelle wiederverwendet werden.

Ausbauasphalt kann zusammen mit neuem Asphaltmischgut wiederverwendet werden. Aber auch der Straßenbelag als solcher lässt sich direkt an Ort und Stelle widerverwenden. Dadurch erübrigen sich viele Transporte an andere Standorte, wo das ausgebaute Material verarbeitet und dem neuen Asphaltmischgut zugegeben wird. Dies hat den Vorteil, dass weniger Material, das zur Wiederverwertung bestimmt ist, auf den Straßen befördert wird. Infolgedessen gibt es weniger Abgasemissionen, die durch solche Transporte entstehen würden. 

Es gibt eine ganze Reihe von Verfahren, um dieses Ziel im Heißeinbau und mit abgesenkten Temperaturen zu erreichen. 

“Repave”-Verfahren
Beim Repave-Verfahren wird die oberste Fahrbahndecke bis zu ca. 20 bis 30 mm tief aufgeheizt und aufgelockert. Diese dünne Schicht wird dann neu profiliert. Überschüssiges Material, das nicht für die erneuerte Fahrbahndecke in entsprechender Höhe erforderlich ist, kann entfernt werden. Neues Mischgut wird auf die aufgelockerte Schicht verteilt und beide Schichten sodann gemeinsam verdichtet. Dieses Verfahren benötigt eine hochspezialisierte Maschine, die typischerweise recht lang ist und daher nicht auf allen Baustellen eingesetzt werden kann. Durch dieses Verfahren entsteht eine neuwertige Fahrbahnoberfläche. Sie ersetzt in erster Linie Fahrbahnflächen, deren Textur oder Griffigkeitseigenschaften zwar nicht mehr den Anforderungen entsprechen, aber deren Deckschichtmaterial noch in gutem Zustand ist. 

“Remix”-Verfahren
Das Remix-Verfahren ähnelt dem Repave-Verfahren. Der Hauptunterschied besteht darin, dass nach dem Aufheizen und Auflockern die alte Deckschicht vor Ort in einer Maschine mit neuem Zusatzmischgut vermengt wird. Das frisch vermengte Material wird direkt mit der Maschine auf die heiße, aufgelockerte und nivellierte Oberfläche verlegt. 

Das Zusatzmischgut, das mit dem aufgenommenen Mischgut der Deckschicht vermischt wird, ist so zusammengesetzt, dass das resultierende Mischgut für die Baustellengegebenheiten geeignet ist und die anzuwendenden Spezifikationen erfüllt. 

“Retread"-Verfahren
Das Retread-Verfahren wird noch tiefer als das Repave- oder Remix-Verfahren ausgeführt - typischerweise bei ca. 75 mm. Das Auflockern der Fahrbahndecke erfolgt im kalten Zustand. Das entstandene Material wird mit neuem Zusatzmischgut und/oder Bindemittel in der Maschine homogenisiert, bevor es wieder in der vollständigen Schichtdicke verlegt wird. Aufgrund der Kaltbauweise ist die Zugabe eines Bitumenrejuvenators bzw. einer Bitumenemulsion erforderlich, um die Verarbeitbarkeit der relativ dicken Schicht vor der Verdichtung zu verbessern. Retread bietet sich für das Recycling des ausgebauten Materials der Trag- oder Binderschicht an, bevor diese mit einer neuen Deckschicht überzogen wird. In einigen Fällen ist es sogar möglich, das Retread-Verfahren gleichzeitig auf Deck- und Binderschicht anzuwenden, soweit die Spezifikationen und Oberflächeneigenschaften dies erlauben.


Verweise:
EAPA Position Paper: Asphalt the 100% recyclable construction product (2014) http://www.eapa.org/userfiles/2/Publications/EAPApaper_Asphalt_the%20100%20_recyclable_construction%20product.pdf